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Mein persoenlicher Kontakt
zu einem Jehovah's Witnesses

von Friedrich Hunold

In den Jahren von 1974 bis 1993 war ich in der Industrie beschaeftigt als Betriebselektriker. Meine Hauptaufgabe bestand darin, im Falle einer Stoerung der Produktionsmaschinen diese wieder schnellstmoeglich instandzusetzen. In einer Abteilung arbeitete ein Mann, der von uns nie ganz ernstgenommen wurde. Jetzt wird bestimmt gefragt, warum das so war. Dieses moechte hier kurz erlaeutern.

Wir als Handwerker waren auf die Aussagen des Bedienungspersonals angewiesen. Hilfreich waren fuer uns Aussagen, wie die Art der Stoerungen und wie sie sich auswirken. Im Rahmen der Nachtschicht, wurde ich angerufen, dass eine Maschine eine Stoerung haette. Ich fuhr mit dem Fahrrad zu der Maschine und fand niemanden vor, der mir Auskunft geben konnte. Die Produktionsmaschine war abgestellt und der Verantwortliche der Maschine war nicht vor Ort.

Nach laengerem Suchen fand ich ihn dann im Pausenraum. Auf meine Frage, was denn mit der Maschine los sei, bekam ich nur die Antwort, sie sei kaputt. Auf weitere Nachfragen, bekam ich zur Antwort, ich sei der Elektriker und nicht er. Wenn er wuesste, was kaputt waere, wuerde er mehr Geld verdienen und waere Elektriker. Er studierte gerade einen Wachtturm und verbat sich jede weitere Stoerung durch mich.

Da ich fast alle Maschinen kannte und diese Maschine durch eine Person bedient werden konnte, nahm ich sie in Betrieb und checkte sie durch. Nach ca. 15 Minuten hatte ich die Ursache entdeckt und beseitigt. Ich machte mich wieder auf zum Pausenraum und sagte dem Bediener Bescheid, dass jetzt alles in Ordnung sei und er wieder arbeiten koenne. Er sagte nur, alles klar, ich bedanke mich. Da ich mir alle Arbeiten quittieren lassen musste, unterschrieb er mir auch, dass sie repariert war. Ich fuhr zurueck zur Werkstatt und wartete auf die naechste Stoerung.

Morgens um 6:00 Uhr duschte ich und fuhr nach Hause. Gegen 8:00 Uhr klingelte bei mir das Telefon und mein Chef war an der Strippe. Er wollte von mir wissen, warum ich diese Maschine nicht repariert haette. Da ich aber belegen konnte, dass ich sie repariert hatte (durch Angabe, wo der Montagebericht von mir abgelegt worden war), konnte ich weiter schlafen.

Zu meinem naechsten Schichtbeginn fuhr ich als erstes zu der Maschine, um den Kollegen zu befragen. Er war aber nicht da. Ich unterhielt mich mit einem Kollegen, der mir mitteilte, dass dieser Mensch nicht mehr bei uns beschaeftigt sei. Fristlose Kuendigung nennt man sowas. Was war passiert? Er sagte aus, dass mein Verhalten unmoeglich gewesen sei. Ich haette es gewagt, ihn bei seiner Bibelstudie mehrmals zu unterbrechen. Seine Bibelstudie waere aber wichtig. Wichtiger als die Maschine zu bedienen. Er hatte in dieser Nacht seine Arbeit nicht mehr aufgenommen.

Nach Wochen bekam ich dann einen Brief ausgehaendigt, den dieser Kollege bei der Verwaltung niedergelegt hatte. In diesem Brief stand sinngemaess, dass ich daran Schuld truege, dass er jetzt arbeitslos sei. Durch meine Unglaeubigkeit haette ich ihn um seinen Job gebracht. Das war aber nicht alles. Danach wurde ich fast taeglich von Jehovah's Witnesses zu Hause aufgesucht. Es waren immer zwei oder drei Personen dieser Glaubensrichtung, die mich regelmaessig aus dem Bett holten, um mit mir darueber zu reden. Das war Psychoterror der uebelsten Sorte. Hatte ich die Tuere nicht geoeffnet, standen Sie stundenlang vor dem Haus, wo ich wohnte. Mit dem Wachtturm in der Hand.

Ich erstattete dann irgendwann mal Anzeige bei der Polizei. Erst dann hoerte der Spuk auf.


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© R. Hentschel ♦ Released: 06.11.2007 ♦ Print versionLinks to other web sites