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Im geteilten Haus

Mit Beschluss vom Freitag, dem 12. September 2008, wurde von irgend einem Hamburger Gericht rechtskraeftig entschieden, dass der Journalist Heinz Peter Tjaden nicht mehr behaupten darf, "dass Ehepartnern die Trennung nahegelegt werde, wenn sich einer der beiden von den Jehovah's Witnesses verabschiedet". Dieser Beschluss wurde von dem Wachtturm-Rechtsanwalt Armin Pikl erwirkt. Zielsetzung der Anstrengungen dieses Rechtsanwalts Armin Pikl ist die Reinwaschung der Wachtturmlehre, welche "unter der Haut" eine Spaltung von Eheleuten befoerdert, von denen sich einer von den Jehovah's Witnesses losgesagt hat.

Das Wahnsinnige an diesem Unterfangen ist allein schon der bei Jehovah's Witnesses gefluegelte Ausdruck fuer eine solche Ehe. Unter Jehovah's Witnesses gibt es den festen Begriff: "In einem geteilten Haus leben"! Schon allein diese Alltagsformulierung legt in den Hirnen und Herzen der Jehovah's Witnesses fest, dass eine Ehe, in der ein Partner aus der Lehre der Zeugen entflohen ist, keine wirkliche Chance auf eine Fortsetzung haben kann.

Selbst wenn es keine ausdruecklichen Anweisungen an die Aufsichtsbediensteten der Watchtower Society gibt, dass sie offen und gezielt die Trennung der Eheleute anstossen oder empfehlen sollen, sind alle Bedingungen dazu geschaffen, dass schon ein Blick, eine Geste, ein Fingerzeig ausreicht, um dem wachtturmtreuen Ehepartner zu bedeuten, dass er sich scheiden lassen sollte. Denn die Bezeichnung "in einem geteilten Haus leben" markiert einen Zustand, der auf Dauer unhaltbar ist. Diese Bezeichnung allein sorgt dafuer, dass der in der Irrlehre verbliebene Zeuge Jehovas Tag und Nacht darueber nachdenken muss, welchen Sinn es noch hat, mit diesem Abtruennigen zusammen bleiben zu wollen!

Ein unter diesem Druck stehender Mensch kann nicht mehr frei entscheiden, wenn er nicht seinen Ehepartner abgoettisch liebt. Gerade ein Mensch, der eher konsequent handelt, als lange zu zoegern, wird die Erloesung aus dieser Zwickmuehle nicht lange hinauszoegern. Damit hat die Watchtower Society wieder einmal Macht ueber die privatesten Dinge ihrer Untertanen.

Was haette aus dieser Ehe werden koennen? Welche Kinder waeren noch aus dieser Ehe hervorgegangen? Wieviele glueckliche Stunden haetten sie noch gemeinsam verbringen koennen? Wieviel Schutz, Liebe und Heimat haetten sie sich noch gegenseitig bieten koennen? Nichts von alledem spielt eine Rolle in der Denkstruktur der Jehovah's Witnesses. Sie werden allen natuerlichen und normalen Denkens beraubt und opfern neben den vielen Stunden im Predigtdienst noch viele weitere Komponenten ihres Lebens diesem falschen Gott Jehova.

Schauen wir auf einige Texte, von denen Jehovah's Witnesses beeinflusst werden:

Bitte bedenken Sie, wenn Sie diese Wachtturm-Texte lesen, dass immer wenn der Wachtturm von "geistig" redet, schon die Irrefuehrung eintritt. Es gibt in der Bibel nicht ein Wort, das einen glaeubigen Christen auf seinen geistigen Zustand hin untersucht. Das einzige Wort, das entfernt an so etwas erinnern koennte, befindet sich in der Bergpredigt: Selig sind die Armen im Geiste. Und dies drueckt genau das Gegenteil aus, naemlich, dass die Geisteshaltung nicht zaehlt. (Alle Zitate sind der WT-Library 2006 entnommen.)

Durch einen Geist der Unabhaengigkeit koennen Ehestreitigkeiten hervorgerufen werden. Eine solche Geisteshaltung hemmt auch die geistige Entwicklung, ...

Diese Aussage der Watchtower Society bereitet den Boden, die Gruende fuer eheliche Probleme gewoehnlich in der wachtturm-abgewandten Geisteshaltung des abtruennigen Ehepartners zu suchen. Dadurch wird der psychologische Effekt erzielt, dass eine ohnehin schon durch die Abtruennigkeit eines Partners belastete Zeugen-Ehe der weiteren Zerruettung zugefuehrt wird. Denn dieses Denkangebot der Watchtower Society lockt den Jehovah's Witnesses in eine sich selbst erfuellende Prophezeiung. Die Anziehungskraft dieser Erklaerung ist die Basis fuer die Erklaerung aller ehelichen Probleme, die sich insbesondere in einem "geteilten Haus" finden koennen. Sobald auch nur die geringste Spannung auftritt, rast dieser Gedanke durch das Hirn des in der Irrlehre verbliebenen Zeugen und zwingt ihn zu der Annahme, dass die Abtruennigkeit des anderen wieder einmal den Aerger verursacht. Diese einseitige Sicht schleift sich ein und jeder kennt den Effekt, wenn nicht die tatsaechlichen Gruende fuer eheliche Probleme gesucht werden, sondern immer nur eine bestimmte Pauschalerklaerung im Kopf des Partners Geltung findet.

Christliche Ehepartner, die eine Trennung fuer die einzige Loesung ihrer Eheprobleme halten, stehen in der Gefahr, den Anschlaegen Satans zum Opfer zu fallen, und ihre geistige Einstellung weist schwerwiegende Maengel auf ... Einer von ihnen oder beide wenden Gottes Grundsaetze nicht uneingeschraenkt an ... Sie sollten sich also unverzueglich und unter Gebet bemuehen, ihre Differenzen beizulegen. Wenn diese unueberwindbar zu sein scheinen, koennen Versammlungsaelteste zu Rate gezogen werden ... Diese Maenner sind zwar nicht befugt, Glaubensbruedern zu sagen, was sie im einzelnen zu tun haben, um ihre Eheprobleme zu loesen, doch koennen sie die Aufmerksamkeit auf das lenken, was die Heilige Schrift sagt ...

An dieser Stelle faellt auf, dass eine nicht funktionierende Ehe bei den Jehovah's Witnesses als Zeichen fuer eine geistige Fehlleistung im Sinne Jehovas gewertet wird. Dies schliesst wieder zwingend den Gedanken ein, dass derjenige am Dilemma Schuld haben muss, der sich von den Jehovah's Witnesses getrennt hat. Wieder hackt die Watchtower Society in die Kerbe, dem Abtruennigen die Gesamtverschuldung an der Zerruettung der Zeugen-Ehe in die Schuhe zu schieben. - Ganz nebenbei wird erwaehnt, das man sich bei den Aufsichtsbediensteten der Watchtower Society in dieser Situation Rat holen koenne. Was wird aber einer von diesen besonders tief in der Wachtturm-Irrlehre steckenden Menschen geraten werden? Kann man annehmen, dass man von ihm den Rat bekommt, die Ehe aufrecht zu erhalten? Wird er nicht vielmehr dem durch die Abtruennigkeit des Ehepartners geschaedigten Zeugen Ratschlaege geben, die der Irrlehre der Watchtower Society entsprechen?

Wer beispielsweise "seinem eigenen Haushalt nicht vorzustehen weiss", hat offensichtlich auch nicht die Faehigkeit, als ein Aufseher "fuer die Versammlung Gottes Sorge [zu] tragen ...

Und wieder droht die Degradierung! Wer in seiner Ehe versagt, hat unweigerlich als Folge den Entzug seiner religioesen Autoritaet und Geltung zu fuerchten. Und das in einer religious community, die das Heil vom Leistungsvolumen und vom Aufstieg "in der Wahrheit" abhaengig macht. Damit wird ein weiterer Liter Oel ins Feuer der Scheidungswilligkeit der verbliebenen Jehovah's Witnesses gegossen. Wenn also ein Zeugen-Ehepartner abtruennig wird, muss der in der Irrlehre Verharrende mit dem Verlust seines religioesen Ansehens rechnen. Wie leicht faellt es da, die erloesende Entscheidung zu treffen? Sind da noch aktive Handlungsanweisungen vonseiten der Watchtower Society noetig, um solche Ehen schnellstmoeglich aufzuloesen?

Eine tatsaechliche Gefaehrdung des geistigen Wohls stellt auch einen Grund fuer eine Trennung dar. In einem religioes geteilten Haus sollte der Glaeubige alles ihm Moegliche tun, um die von Gott zur Staerkung des Glaubens getroffenen Vorkehrungen zu nutzen. Eine Trennung ist jedoch zulaessig, wenn die Gegnerschaft des unglaeubigen Partners (unter anderem vielleicht durch eine Einschraenkung der Bewegungsfreiheit) die Ausuebung der wahren Anbetung wirklich unmoeglich macht und das geistige Wohl des Glaeubigen tatsaechlich gefaehrdet.

Nach der manipulativen Festlegung aller inneren Regungen der Jehovah's Witnesses auf die "geistige" Schiene im Bezug auf diesen Ersatzgott Jehova faellt es nicht schwer, die "Gefaehrdung des geistigen Wohls" als eigenen Faktor der Ehezerruettung in den Mittelpunkt zu stellen. Hier wirkt die fatale sich selbst begruendende Tautologie, in der sich der Zeuge Jehovas um sich selbst dreht. Wie der Schimmel durch sein Weiss-Sein beweist, dass er ein Schimmel ist, so ruehrt die Zerruettung der Zeugen-Ehe aus der geistigen Fehlhaltung gegenueber Jehova und die falsche geistige Haltung gegenueber Jehova wird durch die Ehezerruettung befoerdert (Wer ... "seinem eigenen Haushalt nicht vorzustehen weiss"). Wieder ist die alleinige Schuld auf den Abtruennigen zurueckzufuehren. Wieder ist er die Ursache allen Uebels. Schon die hier angedeutete Schutzbeduerftigkeit des in der Irrlehre Verbliebenen erfordert die Trennung vom Abtruennigen.

Christen, die sich trennen, muessen selbst die Verantwortung fuer diesen Schritt uebernehmen und sollten sich dessen bewusst sein, dass wir alle Jehova Rechenschaft zu geben haben ...

Nachdem die Wachtturmphrasen die Trennung vom Abtruennigen wie eine geoelte Rutschbahn vorbereitet haben, heisst es hier ganz ploetzlich, dass jeder selbst die Entscheidung zu verantworten haette. Mit welcher Frechheit sich dieser frivol-unbiblische Zeitungsverlag jeder Verantwortung entledigt, ist kaum zu beschreiben. Erst wird eiskalt manipuliert und die Fessel so angelegt, dass man nicht anders kann, als im Wachtturm-Sinne zu entscheiden, dann, ploetzlich, kommt der Hinweis, dass die Entscheidung nicht von der Watchtower Society verantwortet wird. Diese Art der Bibelauslegung kann nur als satanisch angesehen werden. Sie tragen nicht gemeinsam die Last, sondern entziehen sich dem einzelnen und buerden ihm sogar noch mehr auf, als er tragen kann. Neben der Belastung durch den Druck der Wachtturmlehre steht nun auch noch die Alleinverantwortlichkeit des Zeugen vor dem Rachegott Jehova im Raum und gleichzeitig die gut geoelte Rutschbahn der Trennung vom Ehepartner. Sollte in diesem kunstvoll verflochtenen Lehrgefuege der Watchtower Society noch eine einzige konkrete Handlungsanweisung an ihre Kontrollbediensteten noetig sein, um abtruennigkeitsbelastete Ehen schnellstmoeglich zu beseitigen?

Sie ist ihrem unglaeubigen Mann zwar bedingt untertan, doch wenn es zu einem Konflikt kommt, muss der Wille Gottes getan werden ... Dreimal in der Woche christliche Zusammenkuenfte zu besuchen ist bestimmt nicht uebertrieben.

Hier geraet die Gesetzesliebe des Wachtturm mit sich selbst in Konflikt. Der Wille Gottes (Untertan-Sein der Frau) wird durch einen anderen Willen Gottes ungueltig. Was fuer eine Gotteslaesterung! Und selbstverstaendlich bestimmt die Watchtower Society, welcher Wille Gottes hoeher steht als welcher Wille Gottes. Selbstverstaendlich haben die Mitarbeiter des faithful and discreet slave den richtigen Willen Gottes per Handzeichen in ihren Sitzungen abgestimmt. Und prompt ist der dem Willen Gottes uebergeordnete Wille Gottes der, der im Dienste der Watchtower Society steht!

Da die Menschen unvollkommen sind und in einer suendigen Welt leben, die von Satan beherrscht wird, stehen manche Ehen kurz vor dem Scheitern ...

Wie koennte es anders sein! Der dem Satan verfallene Abtruennige ist verantwortlich und er ist der eigentliche Zerstoerer der Ehe. Sobald ein Ehepartner die Watchtower Society verlaesst, wird auf ihm alles versammelt, was als Ursache fuer die Zerstoerung der Ehe gelten koennte. Wie soll sich der in der Irrlehre verbliebene Ehepartner verhalten? Hat er nicht die Pflicht, sich von der satanisch gefuehrten Welt fernzuhalten? So muss er doch schlussfolgern, dass er sich trennen muss! Das ist die manipulative Tatkraft der Watchtower Society. In unscheinbaren Saetzen, die wie Fuellstoff klingen, buerdet sie ihren Untertanen Lasten auf, die Ehen sprengen und das selbstbestimmte Denken beenden.

Es stimmt nicht, dass Jehovas Zeugen, wie einige sagen, die Familien entzweien.

Da hat doch die Wachtturmliteratur tatsaechlich die Stirn, Behauptung gegen Behauptung zu stellen. Dass sie aber damit zugeben, dass Menschen behaupten, dass Jehovas Zeugen die Familien entzweien, faellt ihnen scheinbar gar nicht auf. Was ist aber davon zu halten, wenn "einige" sagen, dass Jehovas Zeugen die Familien entzweien? Sind alle, die das behaupten, Journalisten wie Heinz Peter Tjaden oder ehemalige Zeugen? Abtruennige? Nein. Es muss wohl allgemein die Erfahrung bestehen, dass Jehovah's Witnesses die Familien entzweien. Sonst muesste die Wachtturmliteratur einen solchen Satz niemals bringen: Es stimmt nicht, dass Jehovas Zeugen, wie einige sagen, die Familien entzweien.

Schon das permanente Gefuehl des Beobachtetwerdens innerhalb dieser religious community setzt den nicht atruennigen Ehepartner mehrmals die Woche unter einen starken psychischen Druck, seine Lebenssituation den Ansichten der Watchtower Society (den Vorsaetzen Jehovas) gemaess zu "bereinigen". Wer will da noch annehmen, dass diese Ehe auf Dauer noch eine Chance hat? Zumindest ist die Entwicklungsrichtung festgelegt, und das obwohl die Wachtturmtexte von eheerhaltenden Ratschlaegen nur so zu strotzen scheinen. Doch all diese Ratschlaege verblassen gegenueber dem argwoehnischen Blick der Gemeinschaft (Wer ... "seinem eigenen Haushalt nicht vorzustehen weiss"). Sie verstaerken sogar den Leistungs- und Anpassungsdruck des in der Watchtower Society verbliebenen Ehepartners.

Selbstlose Geisteshaltung

Die antreibende Kraft ist die Geisteshaltung, die zum Tragen kommt, wenn wir eine Entscheidung oder Wahl treffen muessen. ... Was wird uns helfen, die richtige Entscheidung zu treffen? Die Kraft, die den Sinn antreibt, sofern sich dieser darauf konzentriert, den Willen Jehovas zu tun. ... Wie koennen wir noch die Kraft staerken, die den Sinn antreibt? Durch Wertschaetzung fuer christliche Aktivitaeten und fuer christliche Werte. Wir muessen daher Gottes Wort regelmaessig studieren und lernen, uns an Unterhaltungen ueber die Gedanken Jehovas und an seinem Rat zu erfreuen. ... Eine solche Art der Wertschaetzung fuer die gerechten Grundsaetze Jehovas koennen wir nicht nur durch das gemeinsame Studium der Bibel bewahren, sondern auch durch den regelmaessigen gemeinsamen Besuch der christlichen Zusammenkuenfte und dadurch, dass wir zusammen im christlichen Predigtdienst stehen. Diese beiden wirkungsvollen Einfluesse koennen die Kraft, die unseren Sinn antreibt, staendig staerken, damit wir durch unsere selbstlose Lebensweise Christi Sinn widerspiegeln.

Allein der Grundirrtum der Wachtturmlehre, man koenne durch staendiges Training Gott naeher kommen, vereitelt unter Jehovah's Witnesses ein geistlich fruchtbares Leben. So gipfelt denn auch die Penetration der Wachtturmtexte in dem Begriff "selbstlose Lebensweise". Waehrend von Jesus bekannt ist, dass er uns die Kraft schenkt, alle Fassetten des Lebens zu bestehen und auszuhalten, ja sogar in seinem Sinne zu meistern, berieselt der faithful and discreet slave die Jehovah's Witnesses durchgehend mit der Aufforderung, ganz und gar vom eigenen Ich abzustehen, um die klischeehaften Ansprueche des Zeitungsverlages zu erfuellen. Jesus hingegen moechte uns erfuellen und durch seine Liebe dazu bringen, uns selbst annehmen und lieben zu koennen. Denn ohne diese durch Jesus ermoeglichte Selbstannahme ist es nicht moeglich, den Naechsten zu lieben. (Liebe deinen Naechsten wie dich selbst!)

Der Tribut, den der Zeuge Jehovas zu zahlen hat, ist die weitestgehende Ausklammerung seiner eigenen Persoenlichkeit aus dem wachtturmbestimmten Leben und als Folge davon eine geistige Haltung, die gerade in Sachen Ehefuehrung nicht im Selbst, sondern in religioesen Thesen begruendet liegt. Hier wird noch einmal klar, dass die Wachtturmlehre als Ganzes schon die Ehe mit einem Einheitssack bekleidet und diesen Sack mit dem grossen Wackerstein der Selbstlosigkeit versieht. Wer eine solche aus Jehova-Vorsaetzen erbaute Ehe fuehrt, kann sich leicht vormachen, er verfolge das gute Ziel hoher Grundsaetze. In Wirklichkeit hat er aber sein Selbst wegmachen lassen, um eine Selbstlosigkeit zu leben, die von Jesus nie gefordert wurde.

Was ist aber eine Ehe wert, die heruntermechanisiert nur das minimal persoenliche Zusammenleben zweier ausgehoehlter Fassadentraeger darstellt? Kann hier noch entfernt die Hoffnung genaehrt werden, dass diese beiden aneinander Wohlgefallen haben und tatsaechlich ein Fleisch werden koennen? Dieses wichtige Zusammenwachsen der Eheleute ist sicherlich im Rahmen der nicht vom Wachtturm bestimmten Lebenssekunden noch moeglich. Doch beim Abweichen eines Ehepartners aus der Wachtturmlehre faellt das Fallbeil der inneren Trennung allein schon bedingt durch die psychischen Belastungen, denen sich der in der Irrlehre Verbliebene nicht entziehen kann und darf. Deshalb ist die Annahme, dass die Watchtower Society Ehen zerstoert, nicht nur zulaessig, sondern sie draengt sich selbststaendig auf. Sie basiert auf den auf reine Gesetzlichkeit heruntergeschraubten Botschaften, die der Wachtturm aus der Bibel wringt. Die Erloesung durch Jesus Christus und das uns von ihm geschenkte Leben darf in dieser Lehre keine Rolle spielen. Denn dann kommt das Selbst eines jeden zum erfuellten Leben und zu der Liebe zum Naechsten, die Jesus in uns schafft.

Eheleute muessen gemeinsam beten. Oft oeffnen solche Gebete das Herz und fuehren zu offenen Aussprachen, die jeden Zwist bereinigen.

Haben Sie gewusst, Herr Richter, dass Jehovah's Witnesses gar nicht richtig zusammen beten duerfen? Den Frauen der Jehovah's Witnesses ist es untersagt, laut zu beten, wenn ein Mann zugegen ist! Das ist die Wahrheit ueber diese von einem Zeitungsverlag zusammengestellte Jehova-Lehre! Wie soll das "gemeinsame Gebet" in einer jehovaistisch gepraegten Ehe stattfinden? Doch nur in der Weise, dass der Mann laut betet und die Frau wortlos mitmacht. Sie darf ihre Gebetsanliegen hoechstens im Stillen vor diesen Ersatzgott Jehova bringen. Was soll an einem solchen Gebet gemeinsam sein?

Auch hier finden wir eine vom Wachtturm vorprogrammierte Entzweiung, eine kuenstliche Trennung, die sich nur unter hoechstmoeglicher Verwindung der Bibel begruenden laesst. Die Fadenscheinigkeit der Wachtturmlehren, die solche schon aus der normalen Menschlichkeit betrachtet schaedlichen Ergebnisse zeitigen, wird dabei von den Jehovah's Witnesses selbst gar nicht mehr wahrgenommen. Hier geht die Watchtower Society den gleichen Weg wie die Katholische Kirche, deren Autoritaet so hoch angesehen wird, dass krasse Irrlehren wie die Anbetung der Mutter Gottes von den Menschen nicht mehr als Blasphemie gesehen werden.

Wenn auf rechtlichem Wege Menschen verboten wird, Behauptungen ueber solche Irrlehrer zu verbreiten, ebnet die Justiz diesen Manipulatoren Tor und Tuer. Wo jetzt schon die Verblendung so gross ist, dass Menschen den verruecktesten Irrlehren aufsitzen, wird durch die rechtliche Regelung journalistischer Aktivitaeten, die sich gegen diese Institutionen der Gotteslaesterung richten, die willkuerliche Falschauslegung des Wortes Gottes mit oeffentlich gueltigem Recht zementiert. Wo sich staatliche Institutionen mittels Rechtsprechung in die Diskussion religioeser Zusammenhaenge einmischen, wird die Macht der Verfuehrer gestaerkt und gibt ihnen Mittel in die Hand, mit der sie ihre schaedlichen Einfluesse vor der Oeffentlichkeit verstecken koennen.

Statt den beteiligten Parteien eine harte Auseinandersetzung in der Oeffentlichkeit abzuverlangen und zu ermoeglichen, deckelt das oeffentliche Recht durch das Verbot von Behauptungen das Streitgespraech und sorgt so fuer eine festgefuegte und staatlich geschuetzte Vereinsmeierei, die Tausende von Menschen unterdruecken darf. Diese der Trennung von Staat und Kirche zuwiderlaufende Entwicklung ist neben anderen Merkmalen ein Zeichen fuer eine gesamtstaatliche Entwicklung, die sich immer mehr und immer nachhaltiger in das Leben des einzelnen einmischt.

Ein solcher Christ [ein in der Irrlehre verbliebener Zeuge Jehovas, RH] muss sich somit offensichtlich bemuehen, einen Weg zu verfolgen, der im Einklang mit christlichen Grundsaetzen ist und ihm gleichzeitig hilft, gegen Depressionen und Gefuehle der Einsamkeit anzukaempfen. Vielleicht kann er es einrichten, dass er mehr Zeit darauf verwenden kann, mit anderen ueber Gottes Koenigreich zu sprechen oder mit Neuinteressierten die Bibel zu studieren. ... Gefuehle der Einsamkeit lassen sich auch dadurch vertreiben, dass man sich mehr damit beschaeftigt, Beduerftigen in der Versammlung beizustehen ...

Ist es nicht peinlich, wie die Watchtower Society aus dem Verbot, sich wieder zu verheiraten, Kapital schlaegt? In diesem Gesetzeswerk des beruehmten Zeitungsverlages wird jede Notsituation der Menschen ausgeschlachtet. Die Vergebung der Suenden, die jeder Mensch von Jesus durch einfachen Glauben empfaengt, verschwindet zugunsten eines erdrueckenden Gesetzeswerkes, das dem Jehovah's Witnesses fuer jede einzelne Lebenssekunde Vorschriften macht und Buerden auferlegt. Die religioese Aktivitaet ersetzt dabei nicht nur den Glauben an Jesus und die Inanspruchnahme seiner Gnade, sondern sie ist das wachtturmspezifische Allheilmittel schlechthin, das dem Jehovah's Witnesses aus der tiefsten Not helfen soll. Selbstverstaendlich ist alles immer so formuliert, dass es helfen kann. Aber durch die penetrante Wiederholung der Empfehlung religioeser Aktivitat steigert dieser Zeitungsverlag seinen Umsatz und vertieft seinen Einfluss auf die Menschen. Damit verherrlicht der irregeleitete Zeuge Jehovas lediglich die Verteilung von Wachtturm-Heften, aber nicht Gott. Denn Gott laesst sich nicht durch Aktivismus erreichen. Die Herzenshaltung zaehlt allein. Und die kann niemals durch Wachtturm-Training verbessert werden.

Dass die Watchtower Society die Jehovah's Witnesses derart gefangennehmen kann, beruht auf der selben Gotteslaesterung, die auch die Katholische Kirche begeht. Beide behaupten, das Heil liege nur in ihnen. Beide stellen den Anspruch auf, Gottes allein wahrer Vertreter zu sein. Ohne diese gotteslaesterliche Selbsteinsetzung als Kanal Gottes bzw. Pontifex Maximus waeren solche Unterdrueckungsmassnahmen gar nicht moeglich und Prozesse, die Journalisten das Maul verbieten, waeren in diesem Zusammenhang absolut ueberfluessig.

Machen Sie sich einmal klar, wie der Islam durch Karikaturen verunglimpft wurde. Da haben alle nach der Pressefreiheit geschrien. Aber der WTS-RA Pikl bringt es fertig, vor deutschen Gerichten Gehoer zu finden und einen Journalisten mit einem Behauptungsverbot zu belegen!

Jesus bindet die Erloesung des Menschen allein an den Glauben an ihn, Jesus Christus. Niemals spricht er davon, dass bestimmte Organisationen die Gewalt ueber sein Werk verwalten sollen. Selbst die Gruendung seiner Kirche, die er auf Petrus uebertragen hat, kann diesen Alleinverwaltungsanspruch niemals haben. Denn Petrus erscheint nicht in der Tradition roemischer Thronfolge, sondern Petrus verkoerpert jeden an Jesus gebundenen Christen. Petrus ist das Muster des Versagers, der mit Feuereifer ins Wasser springt und dann sofort den Mut verliert. Petrus ist das Muster, das sich aus falschverstandener Ehrerbietung Jesus widersetzt (Fusswaschung) und aufs Schaerfste von Jesus zurechtgewiesen wird. Diese Kette der musterhaften Eigenschaften Petri laesst sich endlos fortsetzen. In all diesem ist Petrus das Vorbild der Christen, die die wahre Kirche bilden. Gerade diese dauernd spuerbare Versagersituation Petri ist die Grundlage der wahren Kirche Christi. Denn die wahre und einzige Kirche Christi ist kein menschliches Erfolgskonzept, sondern sie ist die Vereinigung aller in Jesus geretteten Versager, die einsehen, dass sie ohne Jesus nichts tun koennen.

Niemals kann eine Organisation auf Erden den Alleinvertretungsanspruch Jesu auf sich fokussieren. Niemals koennen sich Menschen oder Organisationen als Zwischenschalter in die Beziehung des glaeubigen Juengers und Jesus einschleusen. Jede Organisation, die von sich behauptet, nur in ihr liege das Heil, ist nicht von Gott. Denn Jesus hat die frohe Botschaft allen Menschen zugaenglich gemacht.

Der Schoepfer wollte, dass die Ehe die engste Bindung zwischen Menschen sei, wobei der Mann und die Frau "ein Fleisch" waeren ... Handelt ein Christ weise, wenn er eine so enge Bindung mit einem Unglaeubigen eingeht? ... Natuerlich gibt es keine Harmonie zwischen Christus und Satan. Und in einem ungleichen Joch ist es fuer den Mann und die Frau sehr schwer, "dieselben Saiten anzuschlagen". Sie gleichen zwei Musikinstrumenten, die nicht miteinander harmonieren und statt Wohlklaengen dissonante Toene von sich geben.

Wie will eine menschliche Organisation, die solche Saetze schreibt, von sich behaupten, die Ehe hueten zu wollen? Naturgemaess muss sie mit ihren irdisch gesinnten Theorien die Ehe als Institution ihren Weltherrschaftssehnsuechten unterordnen. Wie ein Essen, das durch eine verfaulte Zutat ganz und gar ungeniessbar ist, muss sich die Wachtturmlehre als stinkend herausstellen. Alle zusaetzlich angewendeten scharfen Gewuerze werden nichts daran aendern, dass der Esser dieses Gerichts erkranken und sterben wird. Die Wachtturmlehre gruendet allein auf geistige Aktivitaet. Immer wieder wird in ihr betont, dass die geistige Eignung des Menschen rettet. Jesus hat jedoch genau das Gegenteil verkuendet. Jesus rettet tatsaechlich diejenigen, die ihm glauben. Unabhaengig davon, wieviel und was sie studiert haben. Doch der Zeitungsverlag aus Brooklyn legt Wert auf ein anderes Evangelium. Kern dieser falschen Botschaft ist die Vernichtung aller Menschen. Nicht die Rettung aller Menschen durch den Glauben an den Messias zaehlt, sondern die Zugehoerigkeit zu einem Zeitungsverlag mit Gotteskanal-Anspruch. Und alle, die andere bedruecken, werden vernichtet werden. Das ist das Evangelium Satans, denn es gibt keinen Menschen unter der Sonne, der nicht andere bedrueckt.

Alle schoenen Worte dieser Jehova-Gesellschaft koennen nicht darueber hinwegtaeuschen, dass alles, was auf einem Erstz-Evangelium aufgebaut wird, in den Tod fuehren muss. Darunter faellt auch die Ehe. Sie ist als Zeugen-Jehovas-Konstruktion dem inneren Tod geweiht und muss den Weg der Watchtower Society gehen. Sie muss sich von Selbstbetrug zu Selbstbetrug hangeln und am Ende untergehen. Wenn Jesus wiederkommt, wird diese Gesellschaft ein schreckliches Urteil empfangen. Ebenso wie der Papst, der die Gotteslaesterung vielfaeltig in die Welt streut.

Es liegt auf der Hand

Niemand kann widerlegen, dass die Watchtower Society in allen Dingen das Wort Gottes zu ihren eigenen Gunsten auslegt. Sie ist nun einmal der Zeitungsverlag mit dem Traum von der Weltherrschaft (was sie mit der Katholischen Kirche gemeinsam hat). So ist auch in Sachen Ehe und Ehescheidung wieder einmal ein Punkt gegeben, der uns wachruetteln sollte. Das oben erwaehnte gerichtliche Verbot verdeckt und beguenstigt am Ende nur eigennuetzige Handlungsweisen dieser Gesetzesgesellschaft. Aber scheinbar gesteht die neukapitalistische Welt heute den Religionen den Eigennutz als gesunde Eigenschaft zu. Scheinbar geniessen willkuerliche und gewinnsuechtige Religionen heute den Schutz des eigennuetzigen und gewinnsuechtigen Staates.

Doch ist damit nicht das Unrecht begruendet, das sich aus Verboten ergibt, die von maechtigen Gesellschaften unter Ausschluss von Zeugen gerichtlich erwirkt werden, die ehemalige Mitglieder dieser Gesellschaft sind. Es ist und bleibt Unrecht. Es ist die willkuerliche Ignoranz der Not, die von solchen Gesellschaften ausgeht. Religioes verbraemte Vernunft und Falschauslegung der Bibel sind ihr Geschaeft.

Fazit

Nach allen hier gezeigten Gesichtspunkten erscheint der angestrengte Versuch der Watchtower Society, ueber den Rechtsweg das eigene Image in der Oeffentlichkeit aufzupolieren, als ein zu Tricks und zur Luege verdammtes Unterfangen. Herr Pikl, der arme Rechtsanwalt dieser ehrenwerten Gesellschaft steht vor einem Problem, das er nicht loesen kann. Jetzt muessen ganz viele Wachttuerme veroeffentlicht werden, die diese Aufgabe uebernehmen. Sie muessen den Menschen klar machen, dass all die verfaenglichen Thesen des faithful and discreet slave nur missgedeutet wurden. (Einige haben die Lehre durch uebertriebene Erwartungen falsch verstanden.)

Die Grundlage fuer die gesellschaftliche Anerkennung der Watchtower Society als religious community ist nicht gegeben. Rechtsprechung, so beeinflusst sie auch sein mag, kann diesen Status nicht aendern. Deshalb empfiehlt der Heilige Geist eindringlich dem Sklaven, seine "Theologie" noch einmal grundlegend zu ueberdenken und entsprechend zu aendern. Aber das ist sinnlos, denn mit dem Heiligen Geist hat dieser Zeitungsverlag nichts am Hut.


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© R. Hentschel ♦ Released: 13.09.2008 ♦ Print versionLinks to other web sites